Karma Tsultim Namdak

Karma Tsultim NamdakKarma Tsultim Namdak 
ist im ehemaligen Königreich Sikkim, an der Grenze zu Tibet, geboren. 18 Jahre seines Lebens verbrachte er als Mönch im tibetisch – buddhistischen Kloster Seiner Heiligkeit des 16. Karmapa. Er studierte an der Klosteruniversität (Karma Shri Nalanda Institute) buddhistische Philosophie mit dem 
Magister- Abschluss. Als Junior Khenpo begleitete er die kleinen Mönche bei ihrer Ausbildung, und unterrichtete auch die westlichen Schüler am KIBI (Karmapa International Buddhist Institute) in Dehli, Indien. 
Seit dem 15. November 1993 lebt er in Deutschland. Im Jahr 2001 begegnete er Meister Li Jun Feng, dem international bekannten Qi Gong- und Taiji Meister und Begründer des Sheng Zhen Wuji Yuan Gong.

“Bei meiner Begegnung mit Qi Gong habe ich wirklich nicht an einen Lehrgang gedacht. Ich wollte einfach meinen Rücken heilen, 
damit ich wieder normal laufen und schlafen kann.
Es waren sehr schwierige Zeiten durch die ich gehen musste – vielleicht genau so wie viele andere Menschen auch. Mit einem Bandscheibenvorfall reagierte mein Körper auf die Umstellungen, die in meinem Leben begonnen hatten.

Meine Ankunft in Deutschland war sehr interessant und sehr aufregend. Viele buddhistische Zentren luden mich ein, über Buddhismus zu sprechen. Und ich sprach über die buddhistischen Grundlagen, die Vier Edlen Wahrheiten, die sechs Paramitas, die fünf Pfade oder Wege, die zwei Wahrheiten und viele andere Themen. Es wuchs echt ein tolles Gefühl, ganz vorne zu sein und zu glauben dass ich ihnen den Weg weisen könnte! Ich bewunderte ihre Begeisterung.
Aber bald war die Begeisterung auf wenige Zuhörer geschrumpft. Es wurde mir nach und nach klar als ich parallel zur Schule ging um Deutsch zu lernen, warum das Interesse am Buddhismus nachgelassen hatte. Ich wurde mal in der Schule gefragt, wie kann man Buddhismus in den Alltag integrieren? Die Frage war für mich völlig überflüssig! Für mich war jede Sekunde meines Lebens Buddhismus!
 Mir, als Frischling, waren die ganzen Probleme dieser Gesellschaft unbekannt.

In der Schule wurde uns die deutsche Sprache übermittelt, die Grammatik, auch Gedichte: Goethe, Schiller, Nun, ich war in Altona, in der Schillerstrasse! Oh ja, Sprache ist die Grundlage für die Integration! Ohne sie kein Austausch und damit null Kommunikation. Ohne Sprache keine Arbeit, kein Verdienst, kein Einkommen.

Ja, Arbeit war das wichtige, es waren die normalen Tage wie sie jeder kennt, Arbeit, Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen. Weil wir davon leben. Das Leben kostet etwas und das hatte ich nicht, echt gar nicht! Also ging für mich das Leben wieder von vorne los. Nach eineinhalb Jahren ging ich von Hamburg nach München und besuchte dort weiter die Sprachschule.
Meine Ausbildungen und Zeugnisse wurden nicht anerkannt, es war ja keine “normale” Schule, sondern eine buddhistische Schule. 
Und so begann ich weiter nach Möglichkeiten zu suchen. 
Damals hatte ich nur ein Interesse: mit Menschen zusammen zu arbeiten, egal wie. Also Sanitäter, und zuerst den Erste Hilfe Kurs, damit du den Sanitäter Kurs besuchen kannst. Und dann die Krankenpflegerausbildung, das war mein Ziel. Doch bis dahin kam ich gar nicht. Ich arbeitete mit und für schwerbehinderte Menschen. Im Vergleich zu meinem bisherigen Leben, hat es viel Überwindung gekostet. Eine reine Lehrzeit, Dharma korrekt in den Alltag zu integrieren und im Alltag zu leben!
 Was kam noch? Häuser und Wohnungen renovieren, auf Baustellen arbeiten. Als Kellner im Hotel und Restaurant.

Begegnungen mit so vielen Menschen, sie im Umgang erleben. Eine lehrreiche Zeit!
 An ein Erlebnis im Restaurant erinnere ich mich gut: eine Geburtstagsparty von einer Gruppe Frauen. Eine Dame meldete sich mit erhobenem Zeigefinger und sagte: “Bitte ein Glas Rotwein, aber in Zimmertemperatur”.
Mir wurde warm und das Gesicht rot, da fangen sie alle zu lachen an, die Blicke auf mich gerichtet. Mir ist es immer noch nicht klar was mit Zimmertemperatur gemeint war. Also ich fragte nach: “was meinen Sie da mit Zimmertemperatur”? Die Frauen waren kaum auf den Stühlen zu halten, der Speisesaal war voll mit lautem Lachen, sogar die Küchenmannschaft kam nach draußen. Ich wusste immer noch nicht was sie wussten, aber sie wussten was ich nicht wusste! 
Einige Jahre arbeitete ich als Getränkelieferant für Privatkunden, Büros, Restaurants und Veranstaltungen.

Doch die jahrelange körperliche Belastung und der Stress hatten meinen Rücken und die Nerven so geschädigt dass ich irgendwann gar nicht mehr arbeiten konnte.
Ich war nur beim Arzt und am jammern weil keiner mir helfen konnte, die Neurologie auch nicht. Mein rechtes Bein war Tag und Nacht wie unter Strom, ich konnte kaum schlafen. Es vibrierte der halbe Körper. Dann kam die Empfehlung von Freuden, es mit Qi Gong zu probieren und auf diese Weise kam ich mit Qi Gong in Berührung.

Ich habe einige Kurse bei mehreren Lehrern besucht, bis ich Master Li Jun Feng traf. Seine Bewegungen, nur zehn Minuten lang, hat in meinem Herzen die Liebe zur Bewegung geweckt.
Seit diesem Freitagabend ist das Sheng Zhen Qi Gong mein tägliches Frühstück, meine Freude, mein Tanz geworden. Nicht nur deshalb weil die Bewegungen meine angeschlagene Gesundheit innerhalb von sechs Monaten wieder hergestellt haben. Alle Symptome verschwanden. Die Freude am Leben kam zurück, Energie war da, Vitalität war da.

Sheng Zhen Qi Gong inspirierte mich so sehr dass ich zu meinen Wurzeln zurück fand. Es ging mir sehr viel im Kopf und in Herzen herum damals. Die Bilder kamen einfach so, das Leben wurde leichter. Verstand, Respekt, Akzeptanz, Liebe, Geduld und Mitgefühl und, und, und es kam langsam aber fliessend zu mir zurück. Eine schöne Geburt! Es hat für mich sehr lange gedauert um zu verstehen dass, wenn das Qi fliesst, sich alles harmonisiert.
 Sheng Zhen Qi Gong weiter zu vermitteln ist mein Respekt und Anerkennung an meinen Meister Li Jun Feng und sein wunderbares System des Wuji Yuan Gong.
Heute bin ich tätig als anerkannter Lehrer im System des Sheng Zhen Qi Gong in Deutschland und Frankreich.”